Kulturen der Aufklärung - Interdisziplinäres Masterstudium (Master-Studiengang)

Stand vom: 23.09.2020

Allgemeine Informationen

Studienabschluss Master of Arts (M.A.)
Charakteristik Master-Studiengang
Umfang 120 LP
Regelstudienzeit 4 Semester
Studienbeginn Wintersemester und Sommersemester
Studienform Direktstudium, Vollzeitstudium
Hauptunterrichtssprache Deutsch
Studiengebühren keine
Zulassungsbeschränkung zulassungsfrei (ohne NC)
Studieren ohne Hochschulreife nein
Fachspezifische Zulassungsvoraussetzungen ja (Details)
Fakultät Philosophische Fakultät II – Philologien, Kommunikations- und Musikwissenschaften
Institut Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA)
Akkreditierung nicht akkreditiert, Akkreditierung in Vorbereitung

Charakteristik und Ziele

In der Epoche der Aufklärung entstanden die Konzepte und Kulturmuster der Moderne, die noch die Gegenwart und ihre Debatten um die Zukunft des westlichen Gesellschaftsmodells in einer globalisierten Welt prägen. Im 18. Jahrhundert eröffnet die Auflösung der traditionellen Ordnungen des Handelns, Glaubens und Wissens neuartige Freiräume für die menschliche Welterfassung und Weltgestaltung: Ein vielschichtiger und durchaus konfliktgeladener Prozess der Transformation des Religiösen und des Rationalen beginnt, der bis heute nichts von seiner gesellschaftlichen Aktualität und Relevanz verloren hat.

Der Master-Studiengang Kulturen der Aufklärung lotet die verschiedenen Facetten dieses epochalen Wandels interdisziplinär und multiperspektivisch aus und legt dabei besonderes Gewicht sowohl auf den professionellen Umgang mit den jeweils fachspezifischen Methoden wie auf die Erkundung praktischer Berufsfelder. Beteiligt sind die Fächer Theologie, Philosophie, Geschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Romanistik, Anglistik, Germanistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Musikwissenschaft sowie Pädagogik.

Der Master-Studiengang Kulturen der Aufklärung wurde vom Landesforschungsschwerpunkt "Aufklärung - Religion - Wissen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konzipiert und ist am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), einer zentralen Einrichtung der Universität, angesiedelt. Er gehört zu den Studiengängen der Philosophischen Fakultät II, wird aber ebenso von Professorinnen und Professoren der Theologischen Fakultät sowie der Philosophischen Fakultäten I und III getragen.

Standortvorteil Halle

Die mitteldeutsche Region (Halle, Leipzig, Dessau, Weimar, Jena) war eine der produktivsten Landschaften der europäischen Aufklärung. Das ist heute noch spürbar in einer Vielzahl von Literatur- und Kunstmuseen, historischen Bibliotheken, Archiven, Kultur- und Naturdenkmälern.

Zu den Partnern für die Praxiselemente des Masterstudiengangs zählen unter anderem das Christian-Wolff-Haus in Halle, die Franckeschen Stiftungen zu Halle, die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mit dem Gartenreich, die Klassik Stiftung Weimar, das Gleimhaus Halberstadt, das Klopstockhaus Quedlinburg, das Lessingmuseum Kamenz, das Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt und das Winckelmann-Museum Stendal.

Die Nähe zu wichtigen historischen Schauplätzen hat den Vorteil, dass sehr reichhaltige Archiv-, Bibliotheks- und Kunstbestände ortsnah zur Verfügung stehen. Hervorzuheben sind auch die Forschungsbibliotheken der Franckeschen Stiftungen und des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), in denen umfangreiche historische Buchbestände freihand zugänglich sind.

Eine Besonderheit: das Praxismodul

Nach dem ersten Studienjahr ermöglicht die Praxisphase den Studierenden, innerhalb des breiten Angebots an kooperierenden Institutionen und deren aktuellen Programmen einen eigenen fachlichen Schwerpunkt zu setzen. Arbeitsschwerpunkte können einerseits die wissenschaftliche Beschäftigung mit Originalen (Erschließung, Vorbereitung einer Ausstellung, Leihverkehr) und andererseits die Vermittlung von Forschungsergebnissen an ein breiteres Publikum (Öffentlichkeitsarbeit, Kulturpädagogik, Veranstaltungsmanagement) sein.

Das besondere Profil dieses Moduls besteht darin, dass konzeptionelle und kulturpraktische Arbeit ineinandergreifen und bereits im Studium Berufsfelder erkundet werden können. Das Praxismodul ergänzt die textwissenschaftlichen Ansätze durch das forschende Lernen zur visuellen und materiellen Kultur und deren intermedialen Verflechtungen; institutionell öffnet es das Studium zu außerakademischen Kulturinstitutionen.

Homepage des Studiengangs

http://www.master-aufklaerung.uni-halle.de

Berufsperspektiven

Als forschungsorientierter Studiengang, der zugleich einen deutlich höheren Praxisanteil aufweist als die meisten anderen geisteswissenschaftlichen Studiengänge, qualifiziert Kulturen der Aufklärung sowohl für den Anschluss einer Promotion (z. B. in entsprechenden Stipendienprogrammen) als auch für eine Berufstätigkeit im Wissensmanagement, in Bildungs- und Kulturinstitutionen und in der Öffentlichkeitsarbeit. Mit dem Masterabschluss kann man sich zudem im Verlagswesen, in den Medien sowie für Traineeprogramme in Unternehmen bewerben.

Einige Beispiele für die berufliche Nutzbarkeit der Studieninhalte:

  • Wer kulturell interessiert ist und eine Berufstätigkeit in einer Kulturstiftung oder im freien Bildungswesen anstrebt, dem vermittelt der Studiengang einen einzigartig breiten Überblick über eine der innovativsten Epochen der Kulturgeschichte und zudem Praxiserfahrungen in national und international bekannten Kulturinstitutionen.
  • Wer eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchte, der erlernt das wissenschaftliche Arbeiten an einem Forschungszentrum von internationalem Rang in direktem, persönlichem Kontakt mit ausgewiesenen Experten sowie renommierten in- und ausländischen Gästen.
  • Wer gesellschaftlich interessiert ist und eine Berufstätigkeit als Journalist anstrebt, dem vermittelt der Studiengang vertiefte Einsichten in die aufklärerischen Grundlagen unserer gesellschaftlichen Institutionen und Normen, nicht zuletzt in die Prägephase der modernen Öffentlichkeit und des öffentlichen Gebrauchs der Vernunft als Kritik.

Akkreditierung

Dieser Studiengang ist noch nicht akkreditiert. Die Akkreditierung wird zurzeit vorbereitet.

Struktur des Studiums

  • Pflichtmodule (90 LP)
  • Wahlpflichtbereich (10 LP)
  • Abschlussmodul (Masterarbeit) (20 LP)

Studieninhalt

Modulbezeichnung LP empf.
Sem.
Einführungsmodul:

„Aufklärung-Religion-Wissen“ als interdisziplinärer Forschungsgegenstand

10 1.
Modul Geschichte:

Historische Aufklärungsforschung - Empirische Felder und Forschungszugänge der Geschichtswissenschaft zum langen 18. Jahrhundert

10 1.
Modul Philosophie:

Systematische und problemgeschichtliche Aspekte der Aufklärung und des Wissensbegriffs

10 1.
Modul Theologie:

Systematische und historische Aspekte im Zeitalter der Aufklärung

10 2.
Modul Erziehungswissenschaften:

Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung

10 2.
Modul Literatur und Ästhetik I:

Westeuropäische Literaturen

10 2.u.3.
Modul Literatur und Ästhetik II:

Deutschsprachige Literatur/ Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Musikästhetik

10 2.u.3.
Modul Wissen und Wissenstransfer seit dem 18. Jahrhundert:

Zur Rationalität des Handelns in der Moderne

10 3.
Praxismodul:

Materielle Kultur der Aufklärung

10 3.
Wahlpflichtbereich
ein Vertiefungsmodul ist zu wählen
  • Geschichte der Aufklärung
  • Philosophie der Aufklärung
  • Theologie der Aufklärung
  • Erziehungswissenschaften und Aufklärung
  • Westeuropäische Literaturen im Kontext der Aufklärung
  • Deutschsprachige Literatur und Musikästhetik im Kontext der Aufklärung
10 4.
Abschlussmodul Master Kulturen der Aufklärung (Masterarbeit) 20 4.

Die genauen Lehrinhalte, Lernziele, der Lehrstundenumfang, Modulvoraussetzungen und Modulleistungen können detailliert im Modulhandbuch bzw. in der Studien- und Prüfungsordnung nachgelesen werden. 

Zulassungsvoraussetzungen

  • Voraussetzung für die Zulassung ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss (in der Regel Bachelor) in Anglistik und Amerikanistik, Deutsche Sprache und Literatur, Erziehungswissenschaft, Ethnologie, Evangelische Theologie, Frankoromanistik, Geschichte, Hispanistik, Italianistik, Interkulturelle Europa- und Amerikastudien (IKEAS), Judaistik/Jüdische Studien, Medien-und Kommunikationswissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaften, Romanistik sowie Soziologie oder in einer vergleichbaren Fachrichtung mit einer Abschlussnote von mindestens 2,5. Dabei sind mindestens 60 Leistungspunkte in einem der genannten Fächer nachzuweisen.
  • Darüber hinaus müssen Sprachkenntnisse in zwei Fremdsprachen nachgewiesen werden:
    • Englisch: Nachweis des Sprachniveaus B2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) durch Unicert II, TOEFL, IELTS, Cambridge Certificate, das deutsche Abiturzeugnis oder ein gleichwertiges international anerkanntes Sprachzertifikat und
    • Eine romanische Sprache auf dem Sprachniveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) oder eine alte Sprache (Hebräisch, Griechisch oder Latein) durch das deutsche Abiturzeugnis oder ein gleichwertiges international anerkanntes Sprachzertifikat

Ausführliche Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen entnehmen Sie bitte der gültigen Studien- und Prüfungsordnung. Über die Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen entscheidet in Zweifelsfällen der Studien- und Prüfungsausschuss.

Bewerbung/Einschreibung

Der Master-Studiengang Kulturen der Aufklärung 120 LP ist zurzeit zulassungsfrei (ohne NC).

  • Mit einem deutschen Hochschulabschluss bewerben Sie sich bitte über www.uni-halle.de/bewerben. Wegen der Corona-Pandemie wurde der sonst übliche Bewerbungsschluss (Ende August) auf den 30.9.2020 verschoben.
  • Mit einem ausländischen Hochschulabschluss bewerben Sie sich bitte über www.uni-assist.de. Wegen der Corona-Pandemie wurde der sonst übliche Bewerbungsschluss (Ende April) auf den 15.7.2020 verschoben.

In begründeten Ausnahmefällen, über die der Studien- und Prüfungsausschuss entscheidet, kann eine Immatrikulation zum 1. Fachsemester auch zum Sommersemester erfolgen:

  • Mit einem deutschen Hochschulabschluss bewerben Sie sich bitte bis 28.2. über www.uni-halle.de/bewerben.
  • Mit einem ausländischen Hochschulabschluss bewerben Sie sich bitte bis 31.10. (coronabedingte Abweichung: 15.1.2021) über www.uni-assist.de.

Ob ein Studienangebot zulassungsbeschränkt (Uni-NC) oder zulassungsfrei (ohne NC) ist, entscheidet die Uni Halle zu jedem Wintersemester neu. Jeweils ab Mai des Jahres wird die aktuelle Festlegung für das kommende Wintersemester an dieser Stelle (siehe auch Allgemeine Informationen) veröffentlicht.

Nach der Onlinebewerbung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Abschlusszeugnis (in Kopie) eines vorangegangenen Studienabschlusses (Bachelor, Magister, Staatsexamen), der die Zulassungsvoraussetzungen (s. o.) erfüllt
  • Nachweise der geforderten Sprachkenntnisse (Abiturzeugnis, Zertifikate)
  • Schriftlicher Bericht - in Maschinenschrift - im Umfang von ein bis drei Seiten, in dem die persönlichen sowie fachlichen Gründe für die Bewerbung zum Master-Studiengang Kulturen der Aufklärung aufgeführt sind und in dem die Wahl des Studiengangs begründet wird. Dieser Bericht dient der wechselseitigen Orientierung insbesondere mit Blick auf das interdisziplinäre Profil des Studiengangs. Er hat keine Relevanz für die Vergabe der Studienplätze.

Bewerber*innen, die das Zeugnis des ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses erst nach der Bewerbungsfrist vorlegen können, reichen mit den Bewerbungsunterlagen eine Fächer- und Notenübersicht über mindestens 2/3 der zu erbringenden Gesamtleistungen ihres Studiums ein. Das Zeugnis muss bei der Einschreibung zum Wintersemester bis spätestens 31.1. des Folgejahres [coronabedingte Abweichung im laufenden Bewerbungsjahr: 31.3.2021] / zum Sommersemester bis 31.7.des Jahres nachgereicht werden.

Fachstudienberatung

Bitte wenden Sie sich mit Detailfragen zu Studieninhalt und -ablauf direkt an die Fachstudienberatung.

Dr. Christiane Holm

Germanistisches Institut

Ludwig-Wucherer-Straße 2
Raum: 1.07.0
06108 Halle (Saale)

Telefon: 0345 55-23593

Prof. Dr. Daniel Fulda

Germanistisches Institut

Ludwig-Wucherer-Straße 2
Raum: 1.01.0
06108 Halle (Saale)

Telefon: 0345 55-23592/94

Fotos der Fakultät