Sprachbehindertenpädagogik/ Körperbehindertenpädagogik (Lehramt an Förderschulen, modularisiert)

Stand vom: 02.11.2018

Allgemeine Informationen

Studienabschluss Erstes Staatsexamen Lehramt an Förderschulen
Umfang 30/30 LP
Regelstudienzeit 9 Semester
Studienbeginn Nur Wintersemester
Studienform Direktstudium, Vollzeitstudium
Hauptunterrichtssprache Deutsch
Studiengebühren keine
Zulassungsbeschränkung zulassungsbeschränkt (Uni-NC)
NC-Grenzwert (Hauptverfahren) 3,0
Grenzwert Wartesemester 4
Studieren ohne Hochschulreife nein
Fachspezifische Zulassungsvoraussetzungen nein
Fakultät Zentrum für Lehrer*innenbildung

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Charakteristik und Ziele

Lernen ist nicht leicht und viele Kinder benötigen spezielle Förderungen und ganz besondere individuelle Unterstützung. Dafür sind ausgebildete Lehrkräfte erforderlich, die mit den Handicaps ihrer Schüler umgehen können.
Die Ausbildung zur Lehrerin/ zum Lehrer an Förderschulen erfolgt in zwei Phasen: ein Studium, das mit der Ersten Staatsprüfung abschließt, dann folgt der Vorbereitungsdienst mit der Zweiten Staatsprüfung.

Das Besondere in Halle: Das Lehramtstudium wird mit einem Staatsexamen abgeschlossen. Das Studium ist ebenso wie die Bachelor- und Masterstudiengänge modularisiert.

Wenn Sie sich für das "Lehramt an Förderschulen " entscheiden, studieren Sie zwei förderpädagogische Fachrichtungen, deren Kombinationsmöglichkeiten wie folgt vorgegeben sind:

  • Geistigbehindertenpädagogik – Körperbehindertenpädagogik
  • Geistigbehindertenpädagogik – Verhaltensgestörtenpädagogik
  • Lernbehindertenpädagogik – Sprachbehindertenpädagogik
  • Lernbehindertenpädagogik – Verhaltensgestörtenpädagogik
  • Sprachbehindertenpädagogik – Körperbehindertenpädagogik

Außerdem können Sie sich für das Studium eines Sekundarschulfaches oder zweier Grundschulfächer entscheiden. Die Liste der möglichen Unterrichtsfächer finden Sie im Studienangebot unter Lehramt an Förderschulen.

Sprachbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Anatomische, neurophysiologische und neuropsychologische Grundlagen des Sprechens, Hörens, der Sprachverarbeitung und Sprachproduktion

  • Vermittlung von Kompetenzen zur Diagnostik und Therapie von Störungen im  Bereich der Grammatik und der Semantik

  • Planung und Durchführung von sprachtherapeutischen Maßnahmen

  • Grundlagen Phonetik und Phonologie

  • Diagnostik von Störungen im Bereich des Sprechens

  • Planung und Durchführung von Prävention und sprachtherapeutischen Maßnahmen

Spezifische Arbeitsschwerpunkte können z.B. sein: 

  • Störungen des Schluckaktes  (Dysphagie), der  Stimme, des  Redeflusses, der Stimm- und Sprechfunktion (z.B. bei Lippen-, Kiefer-, Gaumen-Segelspalten),  der  Sprache  (z.B. bei  geistiger  Behinderung, Körperbehinderung, Mehrfachbehinderung, Schwerhörigkeit, Taubheit oder nach Cochlea-Implantat-Versorgung; beim  Erwerb  der  Schriftsprache), der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung  (z.B. nach Schädel-Hirntraumen, Infektionen, kindlicher Aphasie usw.), der Sprechmotorik (z.B. bei Dysarthrophonie, Sprechapraxie)

  • Einsatz von spezifischer Soft- und Hardware in der Sprachtherapie

  • Grundlagen und häufige Störungen der Sprachentwicklung

  • Besonderheiten beim Zweitspracherwerb unter Migrationsbedingungen

  • Sprache, Sprechen, Kommunikation im Kontext von Menschen ohne (verständliche) Lautsprache

  • Grundlagen der Unterstützten Kommunikation

  • Technische Hilfsmittel für Kommunikationsgeräte (Einführung in Kommunikationstechnologien)

Körperbehindertenpädagogik

Studierende dieser Fachrichtung beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

  • Körperbehinderung im Spannungsfeld verschiedener Wissenschaften (Medizin, Soziologie, Pädagogik)

  • Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung unter den Bedingungen von Körperbehinderung

  • Verhältnis und Zusammenhang von Bewegung, Wahrnehmung, Denken, Sprache

  • Modelle und Konzepte unterstützenden Lernens  

  • Dimensionen methodischen Handelns im Spannungsfeld von Individualisierung und Sozialem Lernen

  • Selbstkonzept von Pädagoginnen und Pädagogen und ihre Rolle im pädagogischen Prozess

  • Didaktisch-methodische Konzepte und Modelle im Unterricht mit körperbehinderten Kindern und Jugendlichen

  • Planung, Durchführung und Analyse des Unterrichts

  • Exemplarische Erarbeitung pädagogisch-therapeutischer Förderkonzepte und deren Einbindung im schulischen Kontext

  • Reflexion der eigenen Rolle als Lehrer/in in einem interdisziplinären Arbeitsfeld

  • aktuelle Forschungsfragen, Forschungsergebnisse, Entwicklungen und Diskurse der Körperbehindertenpädagogik und über die Fachgrenzen hinaus

Berufsperspektiven

Mit dem Ersten Staatsexamen (Abschluss des Studiums) kann man sich für die zweite Phase der Lehrerausbildung bewerben, für den Vorbereitungsdienst. Dieser kann grundsätzlich auch in anderen Bundesländern durchgeführt werden kann. Anfragen für die Bewerbung sind an das jeweilige Kultusministerium des aufnehmenden Landes zu richten.

Im Land Sachsen-Anhalt dauert der Vorbereitungsdienst derzeit 16 Monate.

Während des Vorbereitungsdienstes arbeitet man schon an einer Schule, hospitiert und unterrichtet unter Anleitung einer Mentorin oder eines Mentors. Dazu müssen begleitende Studienseminare belegt werden. Am Ende des Vorbereitungsdienstes legt man das Zweite Staatsexamen ab und kann sich damit um eine Anstellung als Lehrerin oder Lehrer im staatlichen Schuldienst bewerben.

Struktur des Studiums

Aufbau des Studiums

Bildungswissenschaften – 30 LP
(Pädagogik und Pädagogische Psychologie)
Allg. Rehabilitations- und Integrationspädagogik – 20 LP
Rehabilitationspädagogische Psychologie – 15 LP
Förderpädagogische Fachrichtung I – 30 LP
Förderpädagogische Fachrichtung II – 30 LP
Übergreifende Fachrichtungsmodule – 20 LP
zwei Grundschulfächer - 45 + 35 LP
(Fachwissenschaft und Fachdidaktik)
oder
ein Sekundarschulfach - 80 LP
(Fachwissenschaft und Fachdidaktik)
Schulpraktika­ – 15 LP
Schlüsselqualifikationsmodul für Lehrer/innen: Kommunikation, Heterogenität und Inklusion (LSQ-Modul) – 5 LP
Wissenschaftliche Hausarbeit­ – 15 LP
Abschlussprüfung­ – 10 LP

Modularisierung des Studiums

Die Lehramtsstudiengänge werden in Form von Modulen angeboten. Ein Modul besteht aus mehreren Lehrveranstaltungen (Vorlesungen, Seminaren, Übungen, Praktika etc.), die eine thematische Einheit bilden, zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, klar definierte Anforderungen haben und nach Bestehen aller Modulprüfungen/ Modulteilprüfungen die Vergabe von Leistungspunkten (LP) vorsehen. Modulprüfungen finden studienbegleitend statt, bestimmte Module fließen mit einer Gewichtung von insgesamt 60% in die jeweilige Fachnote des Ersten Staatsexamens ein.

Leistungspunkte (LP) / ECTS

ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist ein Leistungspunktesystem zur Anrechnung von Studienleistungen, um diese einheitlich zu bewerten.
Leistungspunkte geben den gesamten Lernaufwand der Studierenden wieder und umfassen somit den Zeitaufwand für den unmittelbaren Präsenz-Unterricht, für die Vor- und Nachbereitung des Lehrstoffes und den Prüfungsaufwand.
Das Studium für das Lehramt an Förderschulen umfasst eine Gesamtanzahl von 270 Leistungspunkten, bei der Wahl der Sekundarschulfächer Kunsterziehung oder Musik 300 Leistungspunkten.

Studieninhalt

Modulübersicht der Fachrichtung Sprachbehindertenpädagogik (30 LP)

Modulbezeichnung LP empf.
Sem.
Interdisziplinäre Grundlagen der Sprachfähigkeit  5 ab 1.
Kompetenzen im Bereich Sprechen 5 ab 2.
Kompetenzen im Bereich Sprache (Grammatik und Lexik/Semantik) 10 ab 3./4.
Spezielle Arbeitsschwerpunkte in der Sprachbehindertenpädagogik 5 ab 4.
Reflexion von Schulpraxis – Schulpraktische Übungen (SPÜ) Sprachbehindertenpädagogik 5 ab 5.

Modulübersicht der Fachrichtung Körperbehindertenpädagogik (30 LP) 

Modulbezeichnung LP empf.
Sem.
Einführung in die Körperbehindertenpädagogik 10 ab 1./2.
Didaktik des Unterrichts mit körperbehinderten Kindern und Jugendlichen 5 ab 3.
Reflexion von Schulpraxis – Schulpraktische Übungen (SPÜ) Körperbehindertenpädagogik 5 ab 4.
Spezielle Arbeitsschwerpunkte und aktuelle Forschungsperspektiven der Körperbehindertenpädagogik 10 ab 5.

Die Modulübersicht der weiteren Bestandteile des Studiengangs Lehramt an Förderschulen (Bildungswissenschaften, Allgemeine Rehabilitations- und Integrationspädagogik, Rehabilitationspädagogische Psychologie und Übergreifende Fachrichtungsmodule) entnehmen Sie bitte der Internetseite zum Lehramt an Förderschulen.  

Studienabschluss

Erstes Staatsexamen für ein Lehramt an Förderschulen

Praktika

Schulpraktika gliedern sich in

  • ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum innerhalb des Moduls I: Einführung in die Grundlagen von Pädagogik im Rahmen der Bildungswissenschaften
  • schulpraktische Übungen in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen und dem Unterrichtsfach der Sekundarschule im Rahmen der Fachdidaktik
  • zwei Schulpraktika in den rehabilitationspädagogischen Fachrichtungen und ein förderdiagnostisches Praktikum mit einem Studienumfang von 15 LP
  • ein Sozialpraktikum
  • ein förderdiagnostisches Praktikum

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung (in der Regel Abitur).

Darüber hinaus ist ggf. der Nachweis der bestandenen Eignungsprüfung in den Sekundarschulfächern Kunst (Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Musik oder Sport bzw. in den Grundschulfächern Gestalten, Musik und Sport zu erbringen.

Für die Sekundarschulfächer Englisch, Französisch und Deutsch bzw. das Grundschulfach Englisch sind fachspezifische Zulassungsvoraussetzungen nachzuweisen.

Informationen zu den fachspezifischen Zulassungsvoraussetzungen finden Sie auf der Detailseite des jeweiligen Unterrichtsfachs, bspw. "Englisch (Lehramt an Sekundarschulen)", in unserem Studienangebot.

Im Rahmen des LSQ-Moduls erhalten die Studierenden eine Stimmberatung. Da die Stimme der Lehrer/innen im Beruf jedoch stark belastet wird, empfehlen wir zusätzlich die Erstellung eines phoniatrischen Gutachtens.

Bewerbung/Einschreibung

Der Studiengang Lehramt an Förderschulen ist zurzeit zulassungs­beschränkt (Uni-NC).

  • Bewerber mit deutscher Hochschulzugangsberechtigung bewerben sich bitte bis 15.7. an der Universität.
  • Bewerber mit ausländischem Zeugnis bewerben sich bitte bis zum 30.6. über www.uni-assist.de.

Ob ein Studiengang zulassungsbeschränkt (Uni-NC) oder zulassungsfrei (ohne NC) ist, entscheidet die Uni Halle zu jedem Wintersemester neu. Jeweils ab Mai des Jahres wird die aktuelle Festlegung für das kommende Wintersemester an dieser Stelle (siehe auch Allgemeine Informationen) veröffentlicht.

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Keine Angst vor dem NC – dank NC-Ampel-App

Um das Thema „NC“ ranken sich viele Legenden und es kursiert viel falsches Wissen, das viele Studieninteressierte letztlich von einer Bewerbung abhält.

Unsere „NC-Ampel“ hilft dabei herauszufinden, wie die Chancen auf Zulassung bei den Studienangeboten der Uni Halle stehen.

Das Besondere ist, wir greifen dabei nicht nur auf die NC-Grenzwerte der Hauptverfahren zurück (wie sie auf den meisten Hochschulwebsites und bei einigen Portalen veröffentlich werden) sondern berücksichtigen auch die Ergebnisse der Nachrückverfahren. Außerdem zeigt die Ampel, wie sich Wartesemester auswirken – denn auch hier gibt es viele falsche Vorstellungen.

Weiter zur NC-Ampel

Fachstudienberatung

Bitte wenden Sie sich mit Detailfragen zu Studieninhalt und -ablauf direkt an die Fachstudienberatung.

Dr. Sabine Karge

Institut für Rehabilitationspädagogik

Franckeplatz 1, Haus 3
Raum: 201 (Haus 31)

06110 Halle (Saale)

Telefon: 0345 55-23769

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StudyPhone – bei E-Mail Info!

Studienbotschafter, d. h. Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beraten Studieninteressierte, Bewerber, Eltern und Lehrer zu allen Fragen rund um das Studium an der Uni Halle sowie zum Leben in der Händelstadt Halle (Saale).

Das StudyPhone befindet sich bis Ende März 2019 in der Winterpause.

Anfragen werden während der Winterpause per E-Mail unter studyphone@uni-halle.de beantwortet.

Das StudyPhone ist ein Service im Rahmen der Kampagne "ich will wissen!".

Infos frei Haus!

Es gibt immer wieder Neuigkeiten in Halle: zu den Studiengängen, zur Uni und zur Stadt.

Unsere Studienbotschafter – Studentinnen und Studenten verschiedener Fachrichtungen – informieren zu diesen Themen auf ihrer Webseite www.ich-will-wissen.de.

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